Regenwasser sammeln in einer Mietwohnung
Mitten in der Stadt wohnen und trotzdem bewusst mit Ressourcen umgehen? Das ist längst kein Widerspruch mehr. Auch in einer Mietwohnung lässt sich mit einfachen Mitteln Regenwasser sammeln und nachhaltig nutzen. Ob zur Bewässerung von Balkonpflanzen, zum Reinigen oder als Ergänzung moderner Systeme. Schon kleine Maßnahmen helfen, Wasser zu sparen und Umwelt sowie Geldbeutel zu schonen. So wird nachhaltiges Handeln auch auf kleinem Raum ganz selbstverständlich.
Das Wichtigste zusammengefasst
Ohne Gartenzugang möglich mit:
- Kleiner Regentonne auf dem Balkon (bis 100 Liter)
- Kleinem Regenauffangbehälter am Fallrohr
- Regensammler mit seitlicher Ableitung in mobilen Tank
- Falttank oder mobiler Balkon-Wassertank
- Wandmontiertem Regenbehälter mit Pflanzfunktion
- Großer Gießkanne zur Direktbefüllung bei Regen
Mit Gartenzugang möglich mit:
- Regenfass an Dachrinne oder Nebengebäude
- Mobilem Tank ohne feste Gebäudeanbindung
- Fallrohr-Regensammler mit fester Anbindung ans Fallrohr (zustimmungspflichtig)
- Gemeinschaftlicher Regenwasseranlage im Mehrparteienhaus
Umsetzbar auch ohne Garten
Auch ohne eigenen Garten lässt sich Regenwasser clever auffangen. Kompakte Sammelsysteme für das Fensterbrett oder den Balkon kommen ohne Erdboden aus und bieten Ideen für Wohnungen mit einem schmalen Balkon. Besonders praktisch sind kleine Regenauffangbehälter für Balkonwohnungen, die sich dezent integrieren lassen und selbst auf wenig Platz eine Menge Wasser speichern können.
Gesetzliche Grundlagen und Vermieter-Erlaubnis
Wer in einer Mietwohnung lebt und Regenwasser nutzen möchte, sollte die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen. Kleine Anlagen, etwa ein Regenwassersammler für den Balkon, gelten in der Regel als zustimmungsfrei, solange keine baulichen Veränderungen vorgenommen werden.
Filtersysteme und mobile Tanks, die sich rückstandsfrei wieder abbauen lassen, besitzen damit einen Vorteil der gerade in Mietobjekten zählt. Mietrechtlich wird die Nutzung von Regenwasser häufig als „gebrauchsneutrale Maßnahme“ eingestuft, solange keine dauerhaften Veränderungen am Gebäude entstehen. Wer zusätzlich seine Regentonne bepflanzen oder dekorativ gestalten möchte, sollte auch hier auf Sicherheit und Stabilität achten. Viele Vermieter begrüßen nachhaltige Ideen, wenn sie sauber umgesetzt sind. Im Zweifel empfiehlt sich eine schriftliche Vereinbarung, die Rechtssicherheit für beide Seiten schafft und das gemeinsame Ziel - umweltbewusstes Wohnen – stärkt.
Möglichkeiten in einer Mietwohnung Wasser zu sammeln
Regenwasser lässt sich an vielen Orten einer Wohnung auffangen, selbst dort, wo man es kaum vermuten würde.
- Balkone,
- Terrassen,
- Fensterbänke,
- das Fallrohr selbst
bieten Potenzial, um wertvolles Wasser zu sammeln und sinnvoll zu nutzen. Besonders praktisch sind kompakte Systeme, die kaum Platz benötigen und sich harmonisch in die Umgebung einfügen. Eine große Gießkanne passt mühelos neben Pflanzkästen oder Möbel und kann mobil eingesetzt werden.
Wandmontierbare Behälter
Wandmontierbare Behälter können für Mieter eine elegante Lösung sein. Diese Systeme sparen wertvollen Bodenplatz und fügen sich harmonisch in die Fassade oder Balkonwand ein. Besonders beliebt sind Kombimodelle mit integrierten Pflanzgefäßen. Sie vereinen Funktion und Design auf kleinstem Raum. So entsteht ein doppelter Nutzen:
- Dekorative Bepflanzung
- und cleveres Regenwassermanagement in Einem
Viele Modelle sind UV-beständig, frostsicher und robust, sodass sie das ganze Jahr über verwendet werden können. Ein integrierter Filtereinsatz hält grobe Verschmutzungen zurück, ideal für Mieter, die auf Nachhaltigkeit und Sauberkeit gleichermaßen Wert legen.
Zugriff auf das Fallrohr
Eine technisch deutlich effizientere Lösung zur Regenwassernutzung in einer Mietwohnung kann der Zugriff auf das senkrecht verlaufende Fallrohr sein. In einigen Gebäuden führen Regenfallrohre unmittelbar an Balkonen vorbei. Das dort abgeleitete Niederschlagswasser lässt sich grundsätzlich kontrolliert sammeln, allerdings ausschließlich über eine fachgerechte Abzweigung. Der direkte Zugriff auf das Fallrohr ist immer eine bauliche Veränderung am Gebäude. Das Rohr ist Teil der Entwässerungsanlage und darf nicht eigenmächtig geöffnet, angebohrt oder umgeleitet werden. Jede Veränderung erfordert eine ausdrückliche Zustimmung.
Technisch erfolgt die Entnahme über einen sogenannten Regensammler oder Fallrohrfilter, der in das bestehende Fallrohr integriert wird. Diese Systeme leiten einen Teil des Regenwassers seitlich in einen Speicherbehälter, während überschüssiges Wasser weiterhin regulär über das Fallrohr abgeführt wird.
Mobile Regentonnen oder Falttanks für maximale Flexibilität
Eine kleine, kompakte Regentonne für den Balkon ist die ideale Lösung für alle, die auf ihrem Balkon Regenwasser flexibel nutzen möchten. Kompakte Varianten lassen sich selbst auf schmalen Flächen aufstellen und bei Bedarf mühelos umpositionieren. Besonders handlich sind mobile Systeme oder Falttanks, die sich bei Nichtgebrauch einfach zusammenfalten lassen, perfekt für saisonale Nutzung oder kleine Mietobjekte. Viele Modelle sind mit Griffen oder Rollsystemen ausgestattet, was den Transport erleichtert. So wird Regenwassernutzung zu einer praktischen, langlebigen und zugleich unkomplizierten Lösung.
Umsetzbar mit Gartenzugang
Verfügt eine Mietwohnung über einen direkten Zugang zu einem Garten oder zu einer Terrasse mit Außenfläche, kann Regenwasser vergleichsweise unkompliziert in einer Regentonne oder einem Regenfass gesammelt werden. Voraussetzung ist in der Regel eine Dachfläche oder ein Nebengebäude, von dem aus das Niederschlagswasser über eine Dachrinne und ein Fallrohr abgeleitet wird.
Rechtlich ist zwischen mobilen und fest installierten Lösungen zu unterscheiden. Eine frei aufgestellte Regentonne ohne bauliche Veränderung am Gebäude gilt meist als zulässige Nutzung der Mietsache. Wird jedoch in das Fallrohr eingegriffen, ein Regensammler eingebaut oder eine feste Verbindung zur Gebäudeentwässerung hergestellt, handelt es sich um eine bauliche Veränderung. In diesem Fall ist die Zustimmung des Vermieters erforderlich. Grundsätzlich empfiehlt es sich daher, die geplante Nutzung vorab mit dem Eigentümer oder der Hausverwaltung abzustimmen, um spätere Konflikte zu vermeiden.
Regenwasser richtig filtern und lagern
Damit gesammeltes Regenwasser dauerhaft sauber und nutzbar bleibt, ist die richtige Filterung entscheidend. Vorfilter schützen zuverlässig vor Laub, Staub und kleineren Verunreinigungen, bevor das Wasser in den Sammelbehälter gelangt, um auch auf kleinstem Raum eine saubere Wasserqualität zu gewährleisten. Wiederverwendbare Filtereinsätze lassen sich unkompliziert herausnehmen, ausspülen und wieder einsetzen. Für die Lagerung empfiehlt sich ein geschlossener Tank mit Deckel, der das Eindringen von Licht verhindert und so Algenbildung vermeidet. Belüftungssysteme sorgen gleichzeitig dafür, dass das Wasser frisch bleibt und keine unangenehmen Gerüche entstehen. Mobile Tanks können sicher in Innenräumen aufbewahrt werden, wenn sie dicht verschlossen und regelmäßig gereinigt werden. So bleibt das Wasser hygienisch und eignet sich ideal für die Bewässerung von Pflanzen oder die Reinigung im Haushalt.
Gemeinschaftliche Systeme in Mehrparteienhäusern
Auch immer mehr Wohnanlagen setzen auf gemeinschaftliche Regenwassernutzung, eine Lösung, die besonders in Städten großes Potenzial hat. Statt einzelne Mietwohnungen separat auszustatten, wird das Regenwasser zentral gesammelt, gefiltert und anschließend für Gartenpflege, Reinigungsarbeiten oder sogar die Toilettenspülung genutzt. Solche Anlagen werden meist in den Außenbereichen oder Kellern installiert und können von allen Bewohnern gemeinschaftlich verwendet werden.
Der Vorteil: Geringere Kosten pro Haushalt, weniger Wartungsaufwand und ein deutlich größerer Umweltnutzen. Auch in Bestandsgebäuden lassen sich kleinere Systeme oft problemlos nachrüsten, sofern die Hausverwaltung oder Eigentümergemeinschaft zustimmt. So entsteht ein nachhaltiges Modell, das Gemeinschaft fördert und gleichzeitig Ressourcen schont.
Nachhaltig und unabhängig
Wer in einer Mietwohnung lebt, kann mit wenig Aufwand einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten und gleichzeitig unabhängiger werden. Die Nutzung von Regenwasser schont wertvolle Ressourcen. Mietfreundliche Systeme machen es möglich, ohne bauliche Veränderungen nachhaltig zu handeln. Wer sich fragt, ob man überhaupt Regenwasser sammeln darf, kann beruhigt sein! In Deutschland ist das Sammeln grundsätzlich erlaubt, solange das Wasser nicht ins Trinkwassernetz eingespeist wird.