Trinkwasserschutz und Nachspeisung
Die Bereitstellung von sauberem Wasser ist von grundlegender Bedeutung für das Wohlbefinden des Menschen. In vielen Ländern wird die öffentliche Wasserversorgung daher besonders geschützt. Es ist möglich, dass Wasser, welches einmal aus dem öffentlichen Versorgungssystem ausgetreten ist, potenziell verunreinigt oder mikrobiell belastet sein kann. Daher ist es wichtig sicherzustellen, dass Wasser aus nachgeschalteten Anlagen nicht wieder zurück ins Leitungswassernetz gelangt.
Leitungswasser und Brauchwasser trennen
Sauberes Wasser ist für den Menschen unverzichtbar. Deshalb genießt die öffentliche Wasserversorgung in vielen Ländern einen besonderen Schutz. Die Qualität von Wasser, welches den Bereich der öffentlichen Versorgung einmal verlassen hat, ist nicht mehr kontrollierbar. Deshalb darf es aus nachgeschalteten Anlagen nicht zurück ins Leitungswassernetz gelangen.
Freier Auslauf
- Die sicherste Art, um ein Rückfließen zu verhindern, ist der Freie Auslauf. Dabei handelt es sich gemäß Norm um eine „ständig ungehinderte freie Fließstrecke“ für das Wasser. Es fällt also frei nach unten in einen Zwischenbehälter aus dem es nicht zurückfließen kann.
- Im Anschluss baut bei Bedarf eine Pumpe den benötigten Systemdruck auf, der durch den Freien Auslauf auf Umgebungsdruck abgefallen ist. Das Volumen des Zwischenbehälters, die Art der Pumpe, sowie die Rohrquerschnitte werden dem gewünschten Druck- und Mengenverhältnis angepasst.
DIN EN 1717 UND DIN 1988-100
Europaweit werden die Anforderungen an die Art der Systemtrennung durch die Norm EN 1717 geregelt. Sie ist durch DIN EN 1717 und DIN 1988-100 für Deutschland übernommen und ergänzt worden. In Abhängigkeit der unterschiedlichen Qualitäten werden darin Kategorien für Flüssigkeiten definiert, die mit Leitungswasser in Berührung kommen können. Die Flüssigkeitskategorien sind mit den Ziffern 1 bis 5 bezeichnet. Kategorie 1 entspricht Wasser für den menschlichen Gebrauch. Flüssigkeiten, deren Qualität unbekannt oder nicht definierbar ist fallen unter die Kategorie 5.
Sicherungseinrichtungen nach Norm
Je nach Wasserkategorie sind entsprechende Sicherungseinrichtungen vorgeschrieben. Diese werden in Typen eingeteilt und mit einer Kombination aus zwei Buchstaben bezeichnet.
Flüssigkeitskategorie 5
Flüssigkeiten der Kategorie , in die auch das Regenwasser eingeordnet wird, dürfen gemäß der europäischen Norm nur mit einem freiem Auslauf der Typen AA, AB, AD, AF oder eingeschränkt des Typs DC verwendet werden. Die deutsche Norm nennt konkrete Beispiele für Entnahmestellen oder Apparate bei deren Betrieb solch eine Trenneinrichtung notwendig ist. Hier sind einige ausgewählte Beispiele dafür:
- Behälterbefüllung, z. B. bei Tankwagen
- Beregnungsanlagen, Unterfluranlagen
- Fischbecken
- Regenwassernutzung
- Fleisch- und fischverarbeitende Maschinen
- Galvanische Anlagen
- Gläserspüleinrichtungen, z. B. an Schanktischen
- Kühlkreisläufe, Kühltürme